Chronik von Battenberg (Pfalz)

Frühzeit und Mittelalter

Die Geschichte Battenbergs reicht weit zurück: Archäologische Funde und Münz- sowie Gräberfunde deuten auf eine besiedelte Landschaft schon in vorchristlicher Zeit hin, lange bevor der Ort in historischen Quellen erscheint.

Der Name Battenberg geht vermutlich auf eine frühmittelalterliche Siedlung zurück, die sich auf dem Gelände des heutigen Dorfes am Fuße des Haardtrand-Hügels bildete. Erste Erwähnungen oder Besitzvermerke aus mittelalterlichen Quellen deuten auf eine enge Verbindung zwischen Kirche, Herrschaft und Bevölkerung hin.

Die Burg Battenberg

Ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte war der Bau der Burg Battenberg im 13. Jahrhundert:
Die Anlage wurde um 1240 vermutlich durch Graf Friedrich III. von Leiningen erbaut und diente dem Schutz des Murbacher Lehens, zu dem mehrere umliegende Orte gehörten.

Im Jahr 1350 wird die Burg erstmals schriftlich erwähnt, was zugleich die früheste sichere urkundliche Erwähnung in der Überlieferung darstellt. Gemeinsam mit der gegenüberliegenden Burg Neuleiningen kontrollierte sie den Zugang zum Eckbachtal und war ein Machtzentrum der lokalen Grafen.

Zerstörungen und Wandel

Die bewegte Geschichte des Pfälzer Raums hinterließ auch in Battenberg deutliche Spuren:
Im Verlauf der Jahrhunderte wurde die Burg mehrfach beschädigt, unter anderem vermutlich im Bauernkrieg um 1525und stark im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 durch französische Truppen.

Nach dem Ende der leiningischen Herrschaft ging die Burg im 18. Jahrhundert in andere private Hände über, und 1822 wurde sie gemeinsam mit dem dazugehörigen Hofgut versteigert. Heute erzählen die eindrucksvollen Ruinen von der mittelalterlichen Vergangenheit und sind gleichzeitig ein beliebter Aussichtspunkt über die Rheinebene.

Neuzeit und Verwaltung

Im Laufe der Jahrhunderte gehörte Battenberg zu verschiedenen territorialen und staatlichen Gebilden:
Nach napoleonischer Zeit und dem Wiener Kongress gehörte das Gebiet lange zum Königreich Bayern (als Teil des Rheinkreises), später zur Pfalz-Provinz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Battenberg Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.

Am 7. September 1966 erhielt die Gemeinde offiziell den Namenszusatz „(Pfalz)“, um sie von anderen Orten gleichen Namens, etwa in Hessen, zu unterscheiden.
Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreformen wechselte Battenberg 1969 in den Landkreis Bad Dürkheim und ist heute Teil der Verbandsgemeinde Leiningerland.

Gemeinde und Leben heute

Battenberg hat sich von einer mittelalterlichen Burgsiedlung zu einer lebendigen Dorfgemeinschaft entwickelt. Die ländliche Lage, die weinbauliche Tradition sowie die historische Burgruine machen den Ort heute zu einem beliebten Ausflugsziel und Lebensraum für seine rund 400 Einwohner – und zu einem echten „Balkon der Pfalz“ mit herrlichen Ausblicken über die Rheinebene.

Seifenkistenrennen

Seifenkistenvideo von 1962

Dieser auf 16mm vorliegende Film zeigt das Battenberger Seifenkistenrennen von 1962. Sieht man die Menschenmassen entlang der Rennstrecke, die begeisterten Gesichter der jungen Rennfahrer und Zuschauer, so lässt sich erahnen wie populär Seifenkistenrennen einst in Deutschland war. Die Battenberger Veranstaltung, die alljährlich am 1.Mai stattfand konnte nur durch das Engagement der Adam Opel AG und der vielen Ehrenamtliche Helfer aus der bestehenden Dorfgemeinschaft organisiert werden. Neben der traditionellen Kirchweih (Kerwe) war dies der absolute Höhepunkt des dörflichen Zusammenlebens. Leider wurde das Battenberger Seifenkistenrennen “aus organisatorischen Gründen” 1986 nach Grünstadt verlegt. Somit verlor das Pfälzer Dorf eine lang gepflegte Tradition…
Und nun: Lassen sie sich von den Swingin’ 60’s begeistern!

Danke an Steffen Paukner

Seifenkistenvideo von 1962