In der Hauptstraße nimmt derzeit ein Vorhaben Gestalt an, dessen Ursprung bereits einige Jahre zurückliegt und das nun zu einem durchdachten Gesamtkonzept für die Aufwertung des Battenberger Ortskerns weiterentwickelt wird.
Vor rund acht Jahren wurde das ehemalige Hochhaus in der Hauptstraße abgerissen. Im Zuge dessen beschloss der damalige Gemeinderat, den Gehweg in diesem Bereich um einen Meter zu verbreitern. Die dafür benötigte Grundstücksfläche wurde von der Gemeinde bereits damals angekauft. Zur baulichen Umsetzung kam es in den folgenden Jahren jedoch nicht.
Mit den derzeit laufenden Baumaßnahmen wird dieser damalige Beschluss nun umgesetzt: Auf einer Länge von rund 26 Metern wird der Gehweg um einen Meter verbreitert. Der heutige Gemeinderat hat die Gelegenheit genutzt, die reine Gehwegverbreiterung in ein umfassenderes Konzept zur Aufwertung des Ortskerns einzubetten.
Auf der neu gewonnenen Fläche sollen nach Abschluss der Bauarbeiten fünf Pflanzkübel aus Cortenstahl aufgestellt werden. Dabei geht es bewusst um mehr als eine rein dekorative Bepflanzung. Die Kübel sollen gestalterische Qualität mit ökologischen und klimatischen Gesichtspunkten verbinden. Themen wie Wasserspeicherung, nachhaltiger Bodenaufbau, Artenvielfalt, standortgerechte Bepflanzung und Ansätze aus der Permakultur sollen dabei berücksichtigt werden.
Wichtige Impulse hierfür liefert die Veranstaltung „Der klima-angepasste Garten – neue Strategien für Bewässerung, Humusaufbau und Artenvielfalt“, die am 1. Oktober im Dorfgemeindehaus Kleinkarlbach stattfindet. Dr. Hannah Loranger, Biologin und Permakulturreferentin, zeigt dort anhand praktischer Beispiele, wie Gärten und Grünflächen besser an Hitze und Trockenheit angepasst werden können. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz sowie den Ortsgemeinden Battenberg und Kleinkarlbach statt.
Für Battenberg soll es jedoch nicht bei Information und Sensibilisierung bleiben. Die dort vorgestellten Gedanken sollen anschließend unmittelbar in die Gestaltung der neuen Pflanzflächen einfließen und im öffentlichen Raum praktisch erprobt werden.
Für die Finanzierung der Bepflanzung ist vorgesehen, das Vorhaben als Bürgerprojekt über LEADER fördern zu lassen. Kathrin Herstein übernimmt dabei stellvertretend für die Bürgerinitiative „Eltern und Kinder für Battenberg“ die Antragstellung. Bei einer Förderzusage soll die weitere Planung und Bepflanzung unter fachlicher Anleitung von Dr. Hannah Loranger vom EBI e. V. erfolgen.
Vorgesehen ist unter anderem der Einsatz von Terra Preta. Dieser besondere Bodenaufbau kann dazu beitragen, Wasser länger zu speichern, die Bodenqualität zu verbessern und Kohlenstoff langfristig zu binden. In Verbindung mit einer standortgerechten und möglichst vielfältigen Bepflanzung sollen die Pflanzkübel beispielhaft zeigen, wie sich Elemente einer klimaangepassten Gestaltung auch auf kleinen öffentlichen Flächen umsetzen lassen.
Da über eine mögliche LEADER-Förderung voraussichtlich erst Ende November entschieden wird und die eigentliche Bepflanzung gemeinsam mit Eltern und Kindern daher erst im Frühjahr erfolgen kann, soll auch die Zeit bis dahin sinnvoll genutzt werden.
Dr. Hannah Loranger hat hierfür ein kleines Zwischenprojekt vorgeschlagen. In einem von der Gemeinde finanzierten Workshop mit einem Kostenrahmen von etwa 200 bis 300 Euro sollen die Pflanzkübel bereits im Herbst gemeinsam mit Kindern vorbereitet werden. Über die Wintermonate könnten sie zunächst als Rückzugs- und Überwinterungsorte für Insekten und andere Kleintiere dienen.
Auf diese Weise werden Kinder von Beginn an in das Projekt einbezogen und können ganz praktisch erfahren, welche Bedeutung Boden, Wasser, Lebensräume und Artenvielfalt auch innerhalb einer Gemeinde haben.
So entsteht Schritt für Schritt ein stimmiges Gesamtkonzept: Aus einer bereits vor Jahren vorgesehenen Gehwegverbreiterung wird heute eine gestalterische, ökologische und gemeinschaftliche Aufwertung des Ortskerns. Bauliche Verbesserung, klimaangepasste Bepflanzung, Biodiversität, Umweltbildung und bürgerschaftliches Engagement greifen dabei unmittelbar ineinander.
Die fünf Pflanzkübel sollen deshalb nicht nur das Erscheinungsbild der Hauptstraße bereichern. Sie können zugleich zu einem kleinen Anschauungsprojekt werden, das zeigt, wie Klimaanpassung und attraktive Ortsgestaltung mit überschaubaren Mitteln sinnvoll miteinander verbunden werden können.

